Wieder mal Mittwochabend und wieder ein Heimspiel für die Soma des FCE. Dieses Mal stand die Begegnung gegen den direkten Nachbarn aus Schwalbach auf dem Spielplan.

In den letzten Jahren war dies stets eine Lieblingspaarung für die Eschborner. Deswegen ging man gut gestimmt auf den Platz, um die knappe Niederlage gegen Rot-Weiß Frankfurt vergessen zu machen.

Eschborn erwischte einen Blitzstart. Nicht einmal zwei Minuten sind gespielt und der erste Torschuss von Toptorjäger Thorsten Steiner flog Richtung Gästegehäuse. Allerdings knapp vorbei.

Erneut zeigten die Hausherren, dass sie von Abtasten in der Anfangsphase nicht viel halten. So etwas kann man schließlich zu Hause mit der Frau ausleben, aber hier auf dem Fußballplatz hieß die Devise ganz klar Offensive.

So waren es nur die Eschborner, die zu Torchancen kamen. Von Schwalbach war fast nichts zu sehen. Nach einer Traumkombination im Stile von Barcelona wurde Christian Bös in der 7. Spielminute freigespielt und er wählte schon die Ecke aus, in der er den Ball gleich schieben würde, doch ein Abwehrbein verhinderte durch eine riskante, aber völlig faire Grätsche die sichere Führung.

Nur 120 Sekunden später versuchte sich dann erneut Stoni an der offenbar schwierigen Mission Führungstreffer. Eine Flanke von Samson konnte er per Volleyabnahme leider nicht im Tor unterbringen.

Weiter ging es Richtung Schwalbacher Tor. Jens Lis mit einem sensationellen Traumpass in den Lauf von Ressel, doch dessen Schlenzer geht knapp am Tor vorbei. Am Pass lag es da sicher nicht.

Nach einem weiteren erfolglosen Versuch von Stoni, gelang dem FCE dann endlich der überfällige und hochverdiente Treffer. Ressel schickt Bös in die Tiefe und der muss nur noch einschieben. Endlich war der Bann in der 20. Minute gebrochen.

Schwalbach schien stark beindruckt, denn nur so ist der abenteuerliche Fehlpass wenige Sekunden später auch zu erklären. Die Kugel landete beim überraschten Stoni, der völlig frei vom Tor nur noch lässig einschieben musste. 2:0 für Eschborn.

Die Gäste hatten jetzt Phasen, in denen sie minutenlang dem Ball hinterherliefen. Eschborn zwar klar feldüberlegen, aber unterm Strich trotzdem nicht zwingend genug.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit dann noch zweimal Aufregung. Zunächst kombinierten sich die drei stärksten Eschborner unbekümmerte durch die Abwehrreihen. Jörg „Brussario de Assis Moreira“ Bruss mit tollem Pass auf den außen lauernden Bös. Der flankt direkt und in der Mitte steht mal wieder Thorsten, der eben immer da steht wo man so steht, wenn man treffen will und nicht Richard heißt und jagt den Ball aus 5 Metern zum 3:0 über die Linie.

Schwalbach weiterhin auf der Suche nach der ersten richtigen Chance, doch wie der Fußballgott so oft will fanden sie diese noch vor der Pause und vollstreckten sie auch direkt.

Ein einziger Steilpass genügte, um die sich schon im Pausenmodus befindende Abwehr auszuhebeln. Der frei stehenden Stürmer lies Torhüter Josch dann keine Chance.

Halbzeitstand 3:1 für Eschborn, doch es hätte durchaus deutlicher aussehen können.

Zur Pause dann drei Wechsel. Wolle, Jörg F. und Spielertrainer Asmuth kamen für Roberto, den überragenden Jens und Christian Bös, der auch nicht ganz schlecht war.

Kaum lief die zweite Halbzeit, schon stand es 4:1 für die Heimmannschaft. Mit dem ersten Angriff und seinem zweiten Ballkontakt gelang Wolle der nächste Treffer. Eine punktgenaue Flanke konnte er eiskalt verwandeln. Sicherheit gab ihm dieses Tor allerdings nicht. Zwar verteilte er in der Folge die Bälle, leider aber nicht an seine Mitspieler.

Der FCE hatte sich offenbar viel vorgenommen und lief jetzt weiter an. Nächste Chance für Ressel, der einen langen Ball nicht gut verarbeitet, trotzdem am Torhüter vorbei zieht und mit dem leeren Tor vor Augen ganz lässig einen Abstoss rausholt.

Doch Ressel lies einfach nicht locker. Er wollte jetzt das konnte man spüren. Was er aber sicher nicht wollte, war im Strafraum einfach umgerannt zu werden. Immerhin hatte das einen Elfmeterpfiff zu Folge. Alle waren sich einig, dass die Entscheidung korrekt war. Nur Christian Bös hätte den wohl nicht gegeben, denn draußen stehend musste er hilflos mit ansehen, wie Stoni seinen Vorsprung in der Torjägerliste um einen weitern Treffer ausbaute und gleichzeitig das 5:1 erzielte.

Endlich durfte dann auch Josch mal einen Ball halten. Ein Freistoss der Schwalbacher nahm unaufhaltsam Kurs auf den Eschborner Torwinkel, aber der Schlussmann war zur Stelle.

Und weiter ging es in die andere Richtung. Großchance für Asmuth, dem von Richard und Frank mustergültig freigespielt, ein wenig die Kraft im Abschluss fehlte.

Die nächsten Minuten waren dann selbst für erfahrende Fußballkenner etwas Besonderes. Es gibt Dinge, die sieht man nur einmal im Leben und das an diesem Abend gleich zweimal.

Ein Freistoss aus halbrechter Position, gefühlvoll getreten von Flankengott Brussario. Ressel schraubt sich in der Mitte hoch und trifft per Kopf. Ja, der Mann der beim Springen so hoch ist wie andere beim Bücken vollstreckt per Kopfball.

Wer jetzt glaubte es kann gar nicht mehr verrückter werden, der sah sich getäuscht. Wieder eine tolle Flanke von Jörg und wieder ein Kopfballtor. Dieses Mal von Asmuth. Wir nennen das an dieser Stelle einfach mal Kopfballtor, schließlich sprang der Ball vom Kopf ins Tor. Schade nur, dass Asmuth sein Meisterwerk nicht bewundern konnte, er hatte mächtig Schädelbrummen und außerdem die Augen zu, als der Ball wie auch immer von ihm abprallte und auf einmal im Tornetz lag.

Auch der Schlusspunkt des Spiels war dann ein kurioser Treffer. Alles begann wie gewohnt mit einer Flanke von Jörg, der sein Flankenbein wohl die nächsten Tage in der Eistonne lassen wird. Richard in der Mitte frei, kommt aber nur mit dem Bauch an den Ball, der prallt vor die Füße von Bös und beide schießen/stolpern den Ball gemeinsam ins Netz. Der Torschütze konnte auch nach mehrmaliger Ansicht der Fernsehbilder nicht eindeutig bestimmt werden. Nach reiflicher Überlegung war aber wohl Jens Lis der Mann, der das spielentscheidende 8:1 erzielen konnte.

Eschborn gelingt der Befreiungsschlag in einem torreichen und über weite Strecken dominanten Heimspiel.