Am Mittwochabend stand das zweite Heimspiel des FCE auf dem Programm. Zu Gast war eine äußerst hochkarätig besetzte Mannschaft von Rot-Weiß Frankfurt, die bei einigen Eschbornern schon vor dem Spiel Befürchtungen weckten, man würde nicht gerade hoch gewinnen.

Nun war man aber eben schon umgezogen, die B-Jugend hatte ihr Spiel auch erfolgreich beendet und der Gegner war auch mehr als bereit. Also fanden sich dann doch 11 tapfere Männer, die sich zum Anpfiff auf dem Spielfeld formierten.

Nach dem Anpfiff folgt dann ja gerne eine so genannte Abtastphase. Diese kann bei Soma-Spielen auch gerne mal länger dauern als das Spiel an sich. Heute war es jedoch anders.

Bereits in der 2. Minuten erlief Thorsten Steiner einen langen Ball und sah sich dann gleich 5 Gegenspielern gegenüber. Nachrückende Teamkollegen waren bestenfalls mit dem Fernglas zu erspähen. Was also macht man als Vollblutstürmer in so einer Situation. Man tanzt zwei aus, lässt einen staunend zurück und schiebt dann lässig ein. Frühes 1:0 für den FCE.

Eschborn durch den Treffer zwar beflügelt, aber trotzdem mit keinen nennenswerten Angriffen. Herauszuheben ist in dieser Phase und in der gesamten ersten Halbzeit die Abwehr der Hausherren.

Die von Libero/Innenverteidiger/Vorstopper/Staubsauger Jens Lis organisierte Abwehr lies so gut wie gar nichts zu. Chancen waren Mangelware.

In der 13. Minuten versuchten es die Gäste mal mit einer flachen Hereingabe, doch die Direktabnahme landete direkt in den Armen von Jürgen „Josch“ „Weltherrscher a.D.“ Brzoska.

3 Minuten später dann wieder einer der seltenen, aber gefährlichen Angriffen der Mannen von Trainer Rossmann. Stoni wird auf rechts freigestellt und versucht sich dieses Mal als Vorbereiter. Das kann er offensichtlich nicht so gut wie Vollstrecken. Seine Flanke segelte weit über den Strafraum und wäre auch ganz sicher im Aus gelandet, wenn Olaf Kern sie nicht erlaufen hätte.

Nach einem solchen Sprint wären einige seiner Teamkollegen womöglich direkt auf dem Platz zusammengebrochen, aber nicht der Schriftführer.

Nach einem kurzen Blick in den Strafraum flankt er den Ball millimetergenau auf den am Elfmeterpunkt wartenden Christian Bös. Der hatte die Wahl: rechts in die Ecke -  links in Ecke? Stoppen? Ach was, er entschied sich zur Überraschung aller zu einer Direktabnahme durch die Beine des Torhüters.

Beindruckendes Tor zum 2:0 für Eschborn.

Frankfurt schein jetzt ein wenig geschockt. Zwar hatten sie weiterhin deutlich mehr Ballbesitz, allerdings waren sie in der Nähe des Tores zu ungenau, oder durch Abseitsstellungen, oder einfach nicht in der Lage an Ressel, Rossmann, Lies oder Zopf vorbeizukommen.

Mit Ausnahme eines Freistoßes in der 18. Minute, der knapp am Tor vorbei ging, brachten sie nicht wirklich etwas Gefährliches zu Stande.

Als schon alles darauf hindeutet, dass die Soma Eschborn mit einer zwei Tore Führung in die Pause gehen würde, gab es doch noch eine Straufraumszene. Der Frankfurter Angreifer dringt rechts in den 16-Meter-Raum ein.  Eigentlich eine ungefährliche Situation. Roberto Malnar wollte trotzdem die konsequente Zweikampflinie durchziehen und ging ungebremst in den Zweikampf. Leider berührte er nicht den Ball, sondern nur den Gegner.

Auch wenn die Berührung leicht war und der Gegenspieler altersbedingt etwas schwach auf den Beinen war, ein ohne Frage berechtigter Pfiff.

So war es also dieser Elfmeter, der in der 33. Minute den Fluch brechen konnte und die rot-weißen zum ersten Tor brachte.

So kurz vor der Pause natürlich sehr unglücklich für den FCE. Auch wenn ich immer noch nicht weiß wann überhaupt ein guter Zeitpunkt für ein Gegentor ist, war das hier definitiv ein ganz schlechter.

Pausenstand: 2:1

Die Eschborner wechselten doppelt: Für Jens Lis und Jörg Bruss kamen Richard Rossmann und Guido Hirschhäuser.

Nachdem die erste Halbzeit schon mit einem frühen Tor begann, ging es dieses Mal noch schneller. Frank Ressel mit dem Versuch eines doppelten Rittbergers im eigenen Strafraum. Leider konnte er die Figur nicht stehen und so bekam er nicht nur deutliche Abzüge in der B-Note, der Ball landete auch direkt beim Gegner.

Ein gezielter Querpass im Strafraum reichte dann, um den Stürmer in eine perfekte Schussposition zu bringen. Ausgleich nach nur 38 Sekunden.

Nur 2 Minuten später versuchten die Platzherren direkt zu antworten, Pass in die Spitze auf Stoni. Der kam dieses Mal aber gar nicht erst dazu loszulegen, denn er wurde von seinem Gegenspieler gefoult. Leider blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus, so dass Rot-Weiß im Ballbesitz war.

Die ungläubig wirkenden Eschborner waren wohl noch immer nicht ganz wieder bei sich, da der zappelte der Ball auch schon im Netz.

Nach 2:1 Pausenführung dauerte es also keine 3 Minuten und man lag hinten.

In der Folge wirkten die Kicker des FCE völlig von der Rolle. Die Abwehr war nun wackelig und unkonzentriert. Dies nur an der Auswechslung von Lisl festzumachen ist sicher zu einfach, auch wenn ich sicher bin, dass er selbst dies tut.

Die nächsten Großchance für Frankfurt nach einem Querschläger von Asmuth und einem Schuss an den eigenen Pfosten von Lumbes.

Die Gäste rannten jetzt wild an, die Hausherren eher wild durcheinander. Chancen ergaben sich quasi im Minutentakt. In dieser Zeit war es nur Josch zu verdanken, dass keine weiteren Tore fielen.

Der FCE überstand die Druckphase mit Glück und Torhüter unbeschadet und schaffte es sich im Verlauf  der zweiten Halbzeit etwas zu stabilisieren.

In der 52. Minute dann die große Chance zum Ausgleich. Wolle spekuliert auf einen kurzen Pass des Torhüters, den dieser auch tatsächlich spielt. Er erläuft den Ball setzt vor dem leeren Tor zum Schuss an, zielt aber am rechten Pfosten vorbei. Den muss er machen!

Danach fehlte dann die Kraft um nochmal etwas nach Vorne zu machen. Hinten rettete noch einmal Josch und einmal die Latte.

Bis zum Schlusspfiff hatten die Eschborner wirklich alles gegeben und auch wenn ein Unentschieden sehr glücklich gewesen wäre, aufgrund der Effektivität wäre es möglich gewesen. Die 3 Minuten direkt nach der Halbzeit verhinderten das allerdings.

Viel Zeit zum Aufarbeiten wird aber nicht bleiben. Nnach dem Ausklang im Vereinsheim mit Bier und Pizza gingen Trainer Rossmann schon direkt in die Vorbereitung des nächsten Spieles über.

Das steigt am kommenden Mittwoch um 19:30 Uhr ebenfalls wieder auf der Heinrich-Graf-Sportanlage.