Wieder einmal Mittwochabend, wieder einmal Heimspiel für die Soma des 1.FC Eschborn, der Gegner dieses Mal war die Mannschaft vom FC Sulzbach. Ein Gegner gegen den es in der Vergangenheit auch die ein oder andere Niederlage setzte, mit Spannung war also von Anfang an zu rechnen.

Trainer Asmuth konnte fast aus dem Vollen schöpfen, lediglich Guido und der langzeitverletze Mohcin standen ihm nicht zur Verfügung. Zeit also um sich selbst mal eine Pause zu gönnen, den anderen Spielzeit zu geben und gleichzeitig das Spiel mit geschultem Auge von draußen zu analysieren, um im entscheidenden Moment die richtige Umstellung, oder die richtige Auswechslung vorzunehmen.

Die Anfangsphase gehörte dann klar den Gästen, die gleich ihr Glück in der Offensive suchten. Während die Eschborner Abwehr um Rolf und Starspieler Jens Lis noch nach der passenden Abstimmung suchten, musste sich Schlussmann Josch gleich zweimal auszeichnen. Den ersten Schuss des Spiel konnte er locker aufnehmen, beim zweiten blitzte dann kurz so etwas wie Unsicherheit auf, doch im Nachfassen war er dann wieder der Alte und griff beherzt zu.

Nach Vorne ging in den ersten Minuten gar nichts bei den Platzherren, allerdings hatten die letzten Spiele immer wieder gezeigt, dass man nicht viele Chancen braucht, um Tore zu erzielen. Und so kam es dann auch genauso, wie es im Fußball so oft kommt, der FCE nutzte direkt die erste Chance im Spiel, nachdem man die Anfangsoffensive der Gäste schadlos überstanden hatte.

Stoni lässt sich in Mittelfeld fallen und lupft den Ball über die verdutzt staunenden Abwehrspieler aus Sulzbach in den Lauf von Wolle, der den Ball im Strafraum gar nicht erst stoppt, sondern ihn volley, dafür aber mit ungewohnt viel Gefühl und Genauigkeit über den chancenlosen Torhüter in Netz lupft.

Sieht man so bei der Soma jetzt auch nicht jede Woche.

Das Tor brachte allerdings nicht die erhoffte Sicherheit. Das Spiel sah weiterhin gefällig kombinierende Gäste und eine immer noch oftmals unorganisierte Abwehr des FCE. Sulzbach mit schnellen Doppelpässen und viel Bewegung, im Abschluss bis dahin aber viel zu schwach.

Eschborn in den ersten 15 Minuten mit insgesamt zwei Chancen, eine wurde eiskalt genutzt, die andere vergab Stoni nach einer Scifo-Flanke.

Sulzbach kannte weiter nur eine Richtung, bedingungslos nach Vorne, man spiele sich viele Gelegenheiten raus und nach 16 Minuten wurden die Bemühungen dann von Erfolg gekrönt. Die Abwehr der Eschborner einmal mehr vogelwild und ohne Zuordnung, die Gäste plötzlich frei vor Keeper Josch, der den ersten Schuss zwar noch parieren kann, beim Nachschuss dann aber machtlos ist. Der Ausgleich zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient.

Weiter ging es danach nur in eine Richtung, immer aufs Eschborner Tor zu. Chancen im Minutentakt, doch entweder war Josch zur Stelle, oder die Gäste scheiterten an sich selbst.

Nach 20 Minuten hatte Rolf dann die Schnauze voll. Da es hinten bis dahin nicht so richtig lief, setzte er zu einem dynamischen Lauf über das ganze Feld an. Kurzes Anspiel an Stoni, der lässt direkt prallen, Rolf nimmt den Ball wieder auf und steht frei vorm Tor. Seinen Schuss kann der Schlussmann zwar noch parieren, aber Richard steht goldrichtig und schiebt die Kugel über die Linie.

Da war es also, das klassische Tor aus dem Nichts.

Nur eine Minute später hatte Stoni sogar die Chance den Spielverlauf völlig auf den Kopf zu stellen, doch sein Lupfer landet nur auf dem Tornetz.

Und noch eine Chance für Eschborn, die waren jetzt aufgewacht und viel besser im Spiel. Wieder nur eine Minute später direkt die nächste Torchance, Wolle wird schön im Strafraum freigespielt, sein vielversprechender Schuss wird aber geblockt, leider sogar von Richard. Als Torjäger muss man eben immer in Tornähe stehen.

In der 26. Minute dann doppelter Jubel auf der Heinrich-Graf-Sportanlage. Zunächst betrat Europameister Thomas Helmer das weite Rund und während der sich noch feiern lies und in der Kurve Autogramme schrieb, stellte auf dem Spielfeld Stoni auf 3:1.

Nach einem Sahnepass von Jens Lis steht dieser frei vor der Kiste und so eine Chance lässt sich dieser Mann natürlich nicht entgehen, ganz souverän schiebt er Kugel ins Eck.

Während sich als bei der Chancenverwertung der Trend aus den letzten Spielen fortsetze, zeigt sich auch eine andere, weniger erfreuliche, Konstante im Spiel des FCE. Man hatte immer kurz vor der Pause ein Gegentor zugelassen und so kam es auch dieses Mal wieder. Nach einem Eckstoß für die Gäste schraubt sich einer der kleinsten in der Mitte hoch und nickt das Leder unbedrängt ein.

Alles in allem keine besonders gute Halbzeit des FCE, die Chancenverwertung war Weltklasse, beim Rest auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Asmuth war gar nicht zufrieden mit dem was er gesehen hatte, er musste jetzt reagieren und brachte zur Pause gleich mal 5 neue. Natürlich wechselte er sich auch direkt selbst ein.

Die zweite Halbzeit begann so wie die erste, die Heimmannschaft noch auf der Suche nach der Ordnung, die Gäste sofort mit zwei Großchancen zum Ausgleich. Beide Male war aber im letzten Moment noch ein Abwehrbein dazwischen.

Eschborn hatte das aber wohl gebraucht und richtig wach zu werden, die Abwehr hatte sich jetzt gefunden und das obwohl mit dem kleinen, blonden Ressel ein potentieller Unsicherheitsfaktor eingewechselt wurde. Rolf hatte den Laden jetzt absolut im Griff.

Das ohnehin schon gute Spiel, wurde jetzt sogar noch etwas besser. Das lag vor allem daran, dass Eschborn jetzt viel mehr am Spiel teilnahm und sich so ein offener Schlagabtausch entwickelte. Beide Seiten hatten jetzt zahlreiche Gelegenheiten und man spürte, dass das nächste Tor das wichtigste der Partie sein würde.

Dieses Tor hatte Stoni in der 50. Minute auf dem Kopf. Nach einer Ecke kommt er 6 Meter vor dem Tor frei zum Kopfball, eigentlich alles richtig gemacht, aber der Torhüter der Sulzbacher kriegt irgendwie noch eine Hand hinter den Ball. Das Spiel also weiterhin auf Messers Schneide.

Auf der anderen Seite hätten die Sulzbacher gerne einen Strafstosspfiff gehört, doch obwohl Erics Einsatz sicher riskant war, so traf er mehr den Ball als den Gegner, so dass weiterspielen hier sicher die richtige Entscheidung war.

Sulzbach hatte jetzt wieder eine ganz starke Phase, minutenlang schnürten sie die Heimmannschaft in der eigenen Hälfte ein, der Ausgleich lag jetzt in der Luft.

Doch wieder zeigte der FCE seine unheimliche Qualität. Nach einer Ecke von Asmuth verlängert Stoni gekonnt mit dem Außenrist und in der Mitte krönt der aufgerückte Rolf seine gute Leistung mit dem 4:2.

Wer dachte die Gäste aus Sulzbach seien nun geschlagen, der sah sich getäuscht. Noch war das hier nicht vorbei, sie versuchten weiterhin alles um nochmal ranzukommen.

10 Minuten vor dem Ende dann doch noch Elfmeter für die Gäste. Roberto gelang es zwar seinen Gegner vom Ball zu trennen, dabei traf er ihn aber auch leicht am Fuß. Muss man zwar nicht geben, aber wirklich beschweren kann man sich auch nicht.

Die große Chance also auf 4:3 zu stellen und somit eine spannende Schlussphase einzuläuten. Torhüter Josch hatte in den vergangenen Wochen intensiv Elfmeter geübt, es war ihm also zuzutrauen das Ding zu halten. Musste er allerdings gar nicht, da der Schütze den Ball recht deutlich rechts am Pfosten vorbeisetzte.

Das ganz große Aufbäumen der Gäste kam jetzt nicht mehr, der verschossene Elfmeter hatte ihren fast unbändigen Willen gebrochen. Dafür zeigt sich jetzt ein weiterer Ehrengast in der Arena, Präsident Horlacher gab sich höchstpersönlich die Ehre. Ganz nach dem Motto „Lieber spät als gar nicht“ wollte er sich zumindest die letzten Minuten nicht entgehen lassen. Warum er so spät kam, könnte nicht geklärt werden, zu erwähnen ist aber, dass er tagsüber genügend Zeit hatte einen Skiurlaub zu planen, für das rechtzeitige Erscheinen zum Spiel dann aber wohl zu beschäftigt war.

Sportliches gibt es aber auch noch zu berichten. Während die Gäste sich mit der Niederlage abgefunden hatten, setzten die Gastgeber mit ordentlichem Rückenwind jetzt nochmal zum Angriff an. Scifo spielt geschickt den startenden Christian Bös frei, der nicht lange fackelt und abzieht. Der stramme Schuss aus 16 Metern (knapp 40 in Lis-Metern), schlägt zum 5:2 im langen Eck ein.

Stoni hätte dann in der letzten Minute sogar fast noch auf 6:2 gestellt, doch einmal mehr scheiterte er am Sulzbacher Keeper.

Alles in allem ein wirklich gutes Soma-Spiel, Sulzbach über weite Phasen die spielbestimmende Mannschaft, im Abschluss aber einfach zu schwach. Eschborn mit einigen guten Phasen und mit einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte. Wen dazu noch alle 3 Stürmer treffen und die Chancenverwertung so gut ist, dann kann man im Fußball eben auch solche Spiele, am Ende deutlich, gewinnen.