Wie in dieser Saison bereits zweimal gesehen, agierten die Eschborner erneut mit einer Dreier-Abwehrkette. Guido, Hassan und Asmuth sollten so die Räume in der Mitte dicht machen.

Die anfänglich noch sehr passiv agierenden Gäste ließen dem Gegner erstmal den Ball und Freiräume im Mittelfeld, waren aber trotzdem gut organisiert und stets hellwach.

Generell legten beiden Team wenig Wert auf sinnloses Mittelfeldgeplänkel, die Kugel wurde schnell Richtung Strafraum gespielt, Torchancen bzw. Offensivaktionen im Minutentakt waren auf beiden Seiten an der Tagesordnung.
Zwischenzeitlich musste der Eschborner Handy-Live-Ticker sogar Szenen zensieren, es war einfach keine Zeit über alle zu berichten.
Aus einer dieser vielen Chancen fiel dann schließlich das 1:0 für Oberliederbach. Bei einem langen Ball in den Strafraum stimmte die Zuordnung nicht und so kam der Stürmer mutterseelenalleine an den Ball und musste nur noch Einschieben.
Einige Eschborner wollten hier eine Abseitsstellung erkannt haben, ohne kalibrierte Linien und gegen die untergehende Sonne konnte das aber nicht aufgeklärt werden.

Die Jungs aus Eschborn waren davon wenig geschockt und wurden jetzt aktiver. Wenn Carlos mal nicht hinten gebunden war, macht er mächtig Meter nach vorne auf der rechten Außenbahn. Bei einem dieser Ausflüge erzielt der kleine, quirlige Portugiese das zwischenzeitliche 1:1. Nach einem Doppelpass mit Wolle, nahm er sich ein Herz und suchte den Abschluss. Sicherlich war ein wenig Glück dabei, sein Schuss wurde von Verteidiger abgefälscht, aber auf der Anzeigetafel sehen alle Tore gleich aus.

Die Freude über den Ausgleich hielt allerdings nicht lange, nur 3 Minuten dauerte es, bis die Hausherren wieder in Führung gehen konnten.
Wie schon beim ersten Gegentor fehlte auch bei diesem Treffer die klare Zuordnung in der Abwehr. Aus der so entstanden 3 auf 2 Situation schlug die SGO eiskalt Kapital. Ein flacher Distanzschuss wurde immer länger und landete schließlich im Toreck.

Eine Minute später dann mit dem Halbzeitpfiff fast noch das 3:1, Res konnte das aber verhindern, er rettete auf der Linie, Josch war schon geschlagen.

Roberto und der in den letzten Wochen stark in der Kritik stehende Jörg Fries kamen in die Partie.

Die Eschborner versuchten jetzt noch mehr auf lange Bälle zu setzen und suchten immer wieder die beiden Sturmspitzen Stoni und Bös. Eine Taktik die sich als erfolgreich herausstellen sollte. Innerhalb von nur 3 Minuten drehten die Gäste mit 2 Kontern die Partie.
Zunächst verarbeitet Stoni einen langen Ball lehrbuchmäßig und schickte Scifo auf der Reise. Der bullige Außenspieler fehlte lange verletzt und kämpft laut eigenen Aussage mit 15kg Übergewicht, in dieser Szene konnte ihn trotzdem keiner mehr einholen und er schob überlegt und unhaltbar ein.

Fast eine Kopie dieser Szene dann fast unmittelbar im Anschluss. Wieder war Stoni das Ziel eines langen Balls und wieder brachte er ihn schnell unter Kontrolle. So konnte er den Ball in den Lauf des durchstartenden Bös spielen. Der war jetzt auf und davon, umkurvte den herauseilenden Keeper, machte noch einen Haken und schoss die Kugel in die Maschen.

Zu diesem Zeitpunkt waren noch 18 Minuten zu spielen, lange genug Zeit für die SGO um zurückzukommen. Und man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie es nicht versucht hätten. Es folgte ein Sturmlauf der Hausherren, zeitweise erinnerte das Ganze an ein Power-Play beim Eishockey. Aber sie scheiterten an sich selbst, an einem Bein der kompakt stehenden und überragend kämpfenden Abwehr um die Dreierkette Hassan, Res und Jörg Fries und wenn selbst die mal geknackt wurde, dann war bei Josch Endstation, der einige hochkarätige Chancen entschärfen können.

Auf der anderen Seite gab es ebenso Möglichkeiten durch Konter, diese wurde aber letztlich ungenau zu Ende gespielt. Mehrfach war die Chance da den Deckel drauf zu machen.

So mussten die Eschborner tatsächlich bis zur letzten Minute zittern, um dann doch endlich mal einen Konter vernünftig zu Ende zu spielen. Quasi mit dem Schlusspfiff eroberte Asmuth den Ball, leitete ihn an Wolle weiter und sein Pass war punktgenau auf Stoni, der es sich dann dieses Mal nicht nehmen ließ.

So endete eine tolle Partie mit einem 4:2 Auswärtssieg, bei dem vor allem die kämpferische Einstellung überragend war.